Rückblick / 22. Karlsruher Museumsnacht 2021

Natürlich Kultur

7.08.21

Pünktlich um 18 Uhr öffneten die Museen und Archive ihre Türen zur Karlsruher Museumsnacht für die Besucher*innen, die in diesem Jahr vor zehn Häusern gespannt auf die Öffnung warteten. Situationsbedingt gab es dieses Jahr ausnahmsweise kein großes Rahmenprogramm, nichtsdestotrotz fanden im 22. Jahr knapp 8.000 Besucher*innen den Weg in die Museen.

(c) Bruno Kelzer

NATÜRLICH KULTUR lautete das diesjährige Motto der KAMUNA: Die Museen eröffneten unterschiedliche Perspektiven auf gesellschaftliche Fragen und schufen Raum für vielfältige Auseinandersetzungen. Vor allem aber freuten sich die Karlsruher Häuser, dass die Kultur nach der letztjährigen Zwangspause nun endlich wieder in all ihren Facetten erlebbar ist.

(c) Bruno Kelzer

Ein besonderer Publikumsmagnet war die Städtische Galerie, die dieses Jahr mit fünf Ausstellungen ihren 40. Geburtstag feiert. Neben den Druckgrafiken von Wilhelm Loth und drei Generationen künstlerischer Arbeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe – Daniel Roth, Ralf Gudat und die Hanna-Nagel-Preisträgerin Peco Kawashima – zeigte die Sonderausstellung „Verborgene Spuren“ erstmals den großen Anteil, den jüdische Kunstschaffende zwischen 1900-1950 am Kulturleben der Fächerstadt hatten. Im Badischen Landesmuseum wurde Geschichte zum Greifen nahe: Während im Erdgeschoss der Thronsaal in neuem Glanz erstrahlt, wurden in der innovativen Expothek ur- und frühzeitliche Objekte aus der Vitrine entnommen und zur Betrachtung aus nächster Nähe vorgelegt.

Als KAMUNA-Highlight zeigte das Generallandesarchiv die Ausstellung „Aus der Trennung heraus! 200 Jahre Evangelische Landeskirche in Baden“. Dabei nahmen die Kuratoren Dr. Udo Wennemuth und Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann die Besucher*innen mit auf den spannenden Weg durch 200 ereignis- und spannungsreiche Jahre der badischen Landeskirche. Das Prinz-Max-Palais mit dem Stadtmuseum und dem Literaturmuseum bot ebenfalls ein vielseitiges Programm: Die zwei Sonderausstellungen des Stadtmuseums erinnerten einerseits an die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden sowie an die Geschichte der Sinti und Roma seit der ersten schriftlichen Erwähnung bis in die Gegenwart. Vor dem Hintergrund der aktuell erschienen dritten Auflage der kommentierten Lese- und Studienausgabe zu Johann Peter Hebels Werken führte Dr. Franz Littmann durch die Ausstellung des Literaturmuseums.

(c) Bruno Kelzer

Auch das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien zog viele Besucher an, darunter auch besonders die kleinen Besucher*innen, die sich in der interaktiven Gameplay-Ausstellung austoben konnten. Ob Klimawandel, Coronakrise oder unsere persönlichen Daten im Internet – mit außergewöhnlichen Medienkunstwerken zeigten die vier Ausstellungen des ZKM, was uns heute bewegt. Ein weiteres Highlight für Jung und Alt war der Besuch im Naturkundemuseum am Friedrichsplatz. Dort drehte sich neben den stets atemberaubenden Vivariumsbewohnern alles um Kaffee und Naturfotografie in den beiden Sonderausstellungen „Kosmos Kaffee“ und „Glanzlichter 2021“. Passend zu Olympia ging es mit der KAMUNA-Rallye auf die Jagd nach Rekorden in der Natur. Zwei Abstecher aus der Innenstadt in die Stadtteile waren ebenso lohnenswert: Im Pfinzgaumuseum in der Karlsburg feierte die Durlacher Feuerwehr mit einer spannenden Ausstellung ihr 175. Jubiläum und lud ein in den historischen Dachstuhl der alten Residenz. Viele Besucher*innen machten sich außerdem auf den Weg ins Verkehrsmuseum in der Südstadt: Dort führte die einzigartige Sammlung durch 200 Jahre Mobilität auf Straße und Schiene.

Gerade dieses Jahr war es allen Veranstalter*innen der KAMUNA wichtig, ein Zeichen zu setzen: Die Kultur ist wieder für alle offen. Auch die ein oder andere Warteschlange konnte die entspannte Atmosphäre für die Besucher*innen nicht trüben. Dass der Funke der Begeisterung wieder auf die Besucher*innen übergesprungen ist, liegt nicht zuletzt am großen Engagement und Zusammenhalt der Häuser und aller ihrer Mitarbeiter*innen, die jedes Jahr aufs Neue die KAMUNA in Eigenregie organisieren. Man darf gespannt sein, was die Museen sich im nächsten Jahr für die 23. KAMUNA ausdenken – bis dahin hoffentlich auch wieder mit großem Programm.

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