Vom regionalen Kulturgeschehen bis hin zum internationalen Kunstdiskurs – Fünf Sonderausstellungen in der Städtischen Galerie

Im Mittelpunkt des Kamuna-Abends in der Städtischen Galerie Karlsruhe stehen fünf Sonderausstellungen, die einen facettenreichen Bogen spannen von der Klassischen Moderne bis zur unmittelbaren Gegenwart und vom regionalen Kulturgeschehen bis hin zum internationalen Kunstdiskurs. Im Erdgeschoss zeigt die umfangreiche Sonderschau „Verborgene Spuren. Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900–1950“erstmals den großen Anteil, den jüdische Kunstschaffende am Kulturleben der Fächerstadt bis zum Beginn des nationalsozialistischen Terrorregimes 1933 hatten.

Liselotte Grschebina Vor der Litfasssäule, um 1927. Sammlung Benjamin Gjebin

Die anderen vier Ausstellungen, verteilt auf drei Geschossebenen, bieten spannende Begegnungen mit unterschiedlichen Positionen zeitgenössischer Kunst. Sie repräsentieren zugleich drei Generationen künstlerischer Arbeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe: Daniel Roth, dessen rätselhaft narrative Installation „Stac Lee“ eigens für den Forumsraum im Erdgeschoss des Museums geschaffen wurde, hat seit 2007 eine Professur an der Akademie inne. Ralf Gudat, aktueller Preisträger der Werner-Stober-Stiftung und bis 2019 Meisterschüler bei Ulla von Brandenburg an der Karlsruher Kunstakademie, verbindet in seiner Studioausstellung „The black, the green, and the white gold“ ein Stockwerk höher seine gestisch-freie Malerei mit selbst komponierten Musikstücken und einer Videoarbeit. Wenige Meter entfernt gibt die in Japan geborene Künstlerin und Hanna-Nagel-Preisträgerin Peco Kawashima, ebenfalls Absolventin der Karlsruher Kunsthochschule, einen Einblick in ihr aktuelles Schaffen. Ihre Werkschau „Encounters“ stellt auf ebenso sinnliche wie konzeptuelle Weise schwer greifbare Themen wie Zeit, Erinnerungen oder Emotionen in den Vordergrund. Und im zweiten Obergeschoss sind schließlich Druckgrafiken von Wilhelm Loth zu sehen, einem der bekanntesten deutschen Plastiker der Nachkriegszeit, der von 1958 bis 1986 als Professor für Bildhauerei an der Karlsruher Akademie wirkte.

Peco Kawashima, Kleines Meer aus Tropfen, 2020.
Foto: Heinz Pelz

An mehreren Stationen stehen Cicerones bereit, um den Kamuna-Besucher*innen die Kunstwerke kurz und verständlich vorzustellen und persönliche Fragen direkt zu beantworten. Eine Rallye für Erwachsene (mit attraktiven Gewinnmöglichkeiten!) und ein Aktionsheft für Kinder und Familien in der Ausstellung „Verborgene Spuren“ laden zu eigenständigen Entdeckungstouren im Museum ein. Auch für spontane Überraschungen ist an diesem Abend gesorgt – mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten!

Zurück zur Übersicht