KAMUNA

Ein grenzenloses Fest der Kultur auf der KAMUNA

Die Museen hatten unter dem Motto „Kultur ohne Grenzen“ geladen und viele tausend Museumsfans folgten der Einladung. Das perfekte KAMUNA-Wetter lockte auch viele Kurzentschlossene am Abend in die Karlsruher Innenstadt: 16 Museen und Kulturinstitutionen und zwei Gastinstitutionen öffneten am 6. August ihre Türen von 18 bis 1 Uhr und boten ein spannendes und vielseitiges Programm mit rund 300 Einzelveranstaltungen.

Ein absoluter Publikumsmagnet war in diesem Jahr das Naturkundemuseum, an dessen Eingang sich lange Schlangen von Besuchern bildeten: Viele nutzten die KAMUNA, um den erst im Juli neu eröffneten Westflügel mit der Ausstellung „Form und Funktion – Vorbild Natur“ und die aktuelle Sonderausstellung „Wale – Riesen der Meere“ zu erleben. Im Badischen Landesmuseum drehte sich dieses Jahr alles um „Cowboy und Indianer“, die aktuelle Familienausstellung zur Wild-West-Begeisterung seit dem 19. Jahrhundert, zog viele junge KAMUNA-Fans besonders an. Im ZKM-Foyer ist seit kurzem in einem riesigen schwarzen Kubus die „3D Wassermatrix“ im Rahmen der „Digitalen „Wasserspiele“ zu sehen, die ebenfalls viele Besucher begeisterte.

Kultur ohne Grenzen, damit machten die Museen in diesem Jahr ernst: Sie luden ein, den Blick über den Tellerrand zu wagen und Neues zu entdecken ebenso wie das Verbindende der Kultur über alle Sprach- und Landesgrenzen hinweg zu erleben. So wurde die KAMUNA auch zu einem großen Fest der Kulturen. Beigetragen hat dazu ein gemeinsames Projekt mit Karlsruher Flüchtlingsorganisationen, das den Neuangekommenen in Karlsruhe ermöglichte, auch über Sprachgrenzen hinweg die Karlsruher Kunst und Kultur zu erleben. So waren auf der KAMUNA Gruppen mit zweisprachiger Begleitung unterwegs, die Museen boten dieses Jahr vermehrt fremdsprachige Führungen, auch in Arabisch und Farsi, an und besetzten viele Führungen zweisprachig. Sichtbar wurde auch, wie vielsprachig die Mitarbeiter der Museen selbst sind: Die Namensschilder wiesen ihre unterschiedlichen Sprachen aus.

Insbesondere die Höfe, Plätze und Grünflächen rund um die Museen wurden in diesem Jahr in das Programm einbezogen und das angenehm milde Sommerwetter war zu diesem Programm die perfekte Ergänzung: In der Staatlichen Kunsthalle erlebten die Besucher im Botanischen Garten vor der Orangerie afrikanische Rhythmen mit der Percussionsgruppe „Azetô“, im Garten des Prinz-Max-Palais wurde die Indianershow „Reencuentros“ frenetisch gefeiert, im dortigen Innenhof konnten die Besucher den Stummfilm „The Invadors“ mit Live-Musik genießen, vor dem ZKM konnte man an der Morning Line mit DJ-Live-Musik entspannen, ebenso wie im Innenhof des Generallandesarchivs, und der Garten der Landesbibliothek bot auch in diesem Jahr wieder ein Live-Painting. Fehlen durfte natürlich nicht das Konzert des Badischen Kunstvereins auf der Waldstraße.

Ebenso gut besucht waren aber auch die Führungen durch die hochkarätigen Sammlungsausstellungen. An den Eingängen aller Museen zählten die Mitarbeiter zusammen insgesamt über 47.000 Personen, bei vorläufig geschätzten 8.000-10.000 Besuchern war also jeder Besucher im Laufe des Abends in durchschnittlich 5 bis 6 Häusern.

Musikalisch konnten sich auch die Besucher selbst betätigen. Das Stadtmarketing Karlsruhe hatte zum Abschluss der diesjährigen „Spiel mich“-Aktion vor der Stadtbibliothek, vor dem Museum beim Markt und im Hof der Majolika drei Klaviere zum freien Spielen aufgestellt. Den ganzen Abend lang ergaben sich dort kleine spontane Konzerte, die von den Zuhörenden begeistert aufgenommen wurden.

Ein besonderes musikalisches Highlight stand ganz am Schluss der KAMUNA: In der Stadtmitte spielte ab 0.30 Uhr zur großen KAMUNA-Abschlussveranstaltung Tóke mit seiner Band und verwandelte den Innenhof der Volkswohnung in eine große Tanzfläche. Der deutsch-indonesische Singer-Songwriter wandelt auf den Spuren der großen Reggae-Musiker und er nahm die KAMUNA-Besucher mit auf eine inspirierende Reise zu den Wurzeln des Reggaes, die er mit seinen eigenen Songs und seiner unverwechselbaren samtigen Stimme modern interpretiert.

„Auch in diesem Jahr sind wir mit dem Verlauf der KAMUNA wieder sehr zufrieden. Wir konnten ein großes Fest der Kultur und der Kulturen feiern und die gesamte Karlsruher Innenstadt stand wieder einen Abend lang ganz im Zeichen der Karlsruher Museen“, so die Gesamtkoordinatorin Eva Lichtenberger in einem ersten Resümee. Gerade auch bei jungen Menschen ist das Interesse an den Sammlungen der Museen groß und die KAMUNA ist die beste Gelegenheit, die Museen (wieder) neu zu entdecken. Was auch die geballte Kunst und Kultur auf der KAMUNA besonders erfahrbar macht, sind die kurzen Wege zwischen den Häusern, die zum Flanieren in der Innenstadt einladen: Ob man nun rund um den Friedrichsplatz das Naturkundemuseum, die Badische Landesbibliothek und die Erinnerungsstätte Ständehaus / Stadtbibliothek besucht, gleich zwei Museen und die Kinder- und Jugendbibliothek im Prinz-Max-Palais erlebt, durch den gesamten Hallenbau A wandelt, in dem die beiden Museen des ZKM, die Städtische Galerie und die Hochschule für Gestaltung residieren oder die Achse rund um das Badische Landesmuseum im Zentrum mit den beiden Dependancen Museum beim Markt und Museum in der Majolika besucht, man hat es nie weit bis zur nächsten KAMUNA-Station.

Dass der Funke der Begeisterung wieder auf die Besucher übergesprungen ist, liegt nicht zuletzt am hohen Engagement und Zusammenhalt der Häuser und aller ihrer Mitarbeiter, die jedes Jahr aufs Neue die KAMUNA in Eigenregie organisieren. Man darf gespannt sein, was die Museen sich 2017 für die KAMUNA ausdenken!

 

 

 

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