20. KAMUNA – Erste Eindrücke einer wunderbaren Nacht

Die Karlsruher Museumsnacht KAMUNA erlebte am gestrigen Abend zu ihrem zwanzigsten Jubiläum eine wahre Hitzeschlacht: Trotz der hohen Temperaturen bis spät in die Nacht genossen zahlreiche Museumsfans unter dem Motto „ZWANZIG!“ die rund 280 Einzelveranstaltungen in 16 Museen und Kulturinstitutionen und vier Gastinstitutionen und verwandelten die Karlsruher Innenstadt in eine große Flaniermeile ganz im Zeichen von Kunst und Kultur.

„Durch die extremen Temperaturen war es erwartungsgemäß in den Museen ruhiger als in den letzten Jahren. Dennoch sind wir insbesondere mit der großen Resonanz auf die vielen angebotenen Einzelveranstaltungen während der KAMUNA ausgesprochen zufrieden“, so die Gesamtkoordinatorin Eva Lichtenberger in einem ersten Resümee. „So gut wie alle Führungen, Konzerte, Lesungen und andere Einzelveranstaltungen in den Häusern waren voll besetzt und wir sind immer wieder begeistert über das große Interesse unserer Besucher, Neues in den Museen zu entdecken oder auch bereits Bekanntes mal in einem anderen Licht zu erleben“. Zudem folgten viele Zwanzigjährige der Einladung, die KAMUNA unter dem Motto „2018 bin ich ZWANZIG!“ die KAMUNA kostenlos zu besuchen.

Besonders gut besucht waren in diesem Jahr Kunstausstellungen: In der Staatlichen Kunsthalle bot die KAMUNA eine der letzten Gelegenheiten, die aktuelle Sonderausstellung des irischen Malers Sean Scully zu besuchen und neben dem Hauptgebäude auch Orangerie und Junge Kunsthalle sowie den Botanischen Garten hinter der Kunsthalle mit zahlreichen Ausstellungsführungen, Mitmachaktionen und einer Tanzperformance zu erleben. Der Badische Kunstverein lud im Jahr seines 200. Jubiläums mit einem breitgefächerten Programm mit vielen Workshops ein und verwandelte die Waldstraße mit der Open-Air-Bühne in ein großes Fest der Kultur.

Auch wenn das Karlsruher Schloss an diesem Abend nicht durch die Illumination der Schlosslichtspiele angestrahlt war, erlebten zahlreiche Besucher im Badischen Landesmuseum besondere Höhepunkte wie den ersten Einblick in die kommende große Mykene-Ausstellung und die Kostümversteigerung aus dem Fundus des Landesmuseums und genossen das zu jeder vollen Stunde angebotene gemeinsame Singen von 20 Revolutionsstrophen. Das Naturkundemuseum war gerade bei Familien mit Kindern wieder ein besonderer Publikumsliebling. Mit viel Begeisterung erlebten die Besucher auch die traditionellen Poetry-Slams in der Badischen Landesbibliothek und in der Stadtbibliothek im Neuen Ständehaus. Im ZKM war in diesem Jahr für die Besucher viel Musik und Klangkunst geboten, besonders spektakulär die Livestream-Performance mit gleichzeitigen Klängen auf drei Etagen – im Kubus im 1. Obergeschoss, dem Subraum des Kubus im Erdgeschoss und dem Parkdeck direkt unterhalb des Kubus im Untergeschoss – ebenso wie die audiovisuelle Performance von Lucas Gutierrez. Einen eher leisen und intimen Moment bot die Eröffnung der Ausstellung mit Fotografien des im Januar diesen Jahres verstorbenen Karlsruher Fotografen ONUK/Bernhard Schmitt in der Medialounge im ZKM, die sich neben der künstlerischen Fotografie ONUKs auch dem Bildarchiv der KAMUNA widmete, für die ONUK über 15 Jahre lang fotografierte. Ein besonderes Highlight war auch wieder die traditionelle Abschlussveranstaltung in der STADTMITTE, dort genossen die Besucher im wunderschönen Innenhof des Volkswohnungsgebäudes Sommernachtsjazz mit der Karlsruher Formation „Suricata“.

„Als besonders positiv haben wir die entspannte Atmosphäre, das Flanieren der Besucher durch die Museen und die Stadt erlebt. Manche Museen sind sehr gut klimatisiert, in anderen Bereichen war es durch die hohen Temperaturen der letzten Wochen sehr heiß. Natürlich hätten wir uns mehr Besucher gewünscht, wir haben nach aktuellen Schätzungen etwa 20 Prozent unserer Besucher an das Wetter verloren, aber umso mehr haben wir uns über die vielen Menschen gefreut, die den ganzen Abend lang die Museen genossen haben“, so die Gesamtkoordinatorin Eva Lichtenberger weiter.

Dass der Funke der Begeisterung wieder auf die Besucher übergesprungen ist, liegt nicht zuletzt am hohen Engagement und Zusammenhalt der Häuser und aller ihrer Mitarbeiter, die jedes Jahr aufs Neue die KAMUNA in Eigenregie organisieren. Man darf gespannt sein, was die Museen sich im nächsten Jahr für die 21. KAMUNA ausdenken!

Erste Impressionen von der 20. KAMUNA:

Fotos: ARTIS – Uli Deck
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